Zunächst vorweg: für die schlimmsten Notfälle gibt es auch auf Curacao die üblichen Verdächtigen. Will heißen: McDonalds, Kentucky Fried Chicken, Burgerking, Subway, Domino und PizzaHut. Verhungern kann man also schon mal nicht. Aber kulinarisch empfinde ich die Insel doch viel interessanter als nur Fast Food. Gerade die kreolische Küche bietet einige sehr schöne Gerichte, die man richtig gut essen kann. Da gibt es beispielsweise eine Art Gulasch mit dem Namen Stoba. Hübsch peppig, sehr aromatisch und es liegt schön leicht im Magen. Dieses Gericht kann man in den verschiedensten Restaurants bekommen mit jeweils einer eigenen Note im Geschmack.
Beachtenswert ist auch so manche Imbissbude am Straßenrand. Dort sind erst einmal leckere Baguettes und Sandwiches erhältlich, die man sich zusammenstellen läßt. Wer nichts scharfes gewohnt ist, sollte bei den entsprechenden Saucen und Pülverchen vorsichtig anfangen – schärfer geht immer
. Auch ganz normale Pommes frites sind an allen möglichen Ecken erhältlich.
Für die Selbstversorger in Ferienhäusern existieren brauchbare Supermärkte. In Willemstad ist der Supermarkt Albert Hejin mit einem sehr großen Angebot vertreten, wenn auch nicht ganz billig. Am Weg naar Bullenbaai liegt Piscadera, auch ein Supermarkt mit einer guten Auswahl. Generell haben die Lebensmittelabteilungen ein reichlich internationales Sortiment. Dort findet man neben holländischem Frühstückskuchen jede Menge nordamerikanische Produkte etwa zum Grillen oder asiatische und karibische Gewürze neben Fruchtsaft aus Südamerika. Wer möchte, kann sich auch auf dem schwimmenden Markt in Willemstad versorgen. Bei Fisch wäre ich wegen der Temperaturen vorsichtig, Früchte und Gemüse sind aber richtig gut und lecker.
An Restaurants haben mir gut gefallen: Pompus (wohl teuer) an der kleinen Bucht in Willemstad, Landhuis Daniel am Weg naar Westpunt oder De Buurvrouw (einfach aber lecker), ebenfalls am Weg naar Westpunt. In Willemstad gibts ansonsten jede Menge Angebote, wir reden hier über 400 Jahre kulinarische Tradition aus immerhin 55 Ländern. Entsprechend ist schlichtweg alles da, vom Asiaten über Italiener und Franzosen bis zur modernen Fusion aus Karibik und klassischer, europäischer Küche. Einfach der Nase nach, wo es gut riecht, schmeckts meistens auch. Am Riffort in Willemstad gibts beispielsweise einige nette Restaurants aber hier fallen die Touristen der Kreuzfahrttschiffe ein und wenn tausend Besucher auf einmal eintrudeln, ists vorbei mit dem gemütlichen Dinner.
Wie ich schon einmal geschildert habe, fühlt man sich beim Curacao-Urlaub oft in vergangene Zeiten zurückversetzt. In Willemstad und natürlich auch auf dem Land gibt es viele alte Gebäude, die richtig schnuckelig wirken. So, als wäre man direkt in früheren Jahrhunderten and Hollands Küsten gelandet. Die Details und Geschichten der Gebäude sind unzählig. Typisch für Curacao im ländlichen Bereich sind Ockerfarben und Weiß. Viele größere Bauwerke, wie z.B. diese Kirche, repräsentieren die Farbgebung der älteren Gebäude.

Diese Kirche sieht man auf dem Weg nach St. Willibrordus
Ebenso interessant sind die unterschiedlichen Eindrücke während der Tageszeiten und natürlich auch dem gerade vorhandenen Licht. Was im Dunst des Morgens noch etwas blass aussieht, strahlt farbenfroh in der Mittagssonne oder glüht im Abendrot. Die Luftfeuchtigkeit zieht dabei langsam weg, wie man am folgenden Beispiel sieht:

Im leichten Morgendunst: Plantage von den umliegenden Hügeln herangezoomt.
Ein wenig abwarten, ein paar Kurven weiter auf der Straße, der Dunst wird weniger und schon ändert sich das Licht.

langsam wird es farbenfroher........
Als totales Kontrastprogramm dient die alte Zorgvlied-Plantage. Hatte ich schon mal beim Besuch des Christoffel-Parks erwähnt. An der Stelle sei gesagt, dass es auf der Straße durch den Park sehr ruhig werden kann. Man hört auch aus der Ferne nichts mehr. Die Geräusche der paar anderen Autos werden von den Hügeln und der Vegetation verschluckt. Übrig bleiben diverse Tierrufe, die Ruine und der Weg durch den Urwald. Etwas unheimlich
.

Buh!
Weiter gehts nach Willemstad. Die Bilder der berühmten Handelskade dürften bekannt sein. Wenn man aber auch mal ruhig durch die Seitenstraßen schendert, entdeckt man diverse reizvolle Gebäude. Alles mögliche aus der Kolonialzeit ist heute entweder ein Geschäft, ein Restaurant oder auch Sitz von Behörden. Es lohnt sich definitiv, einfach mal kreuz und quer mit dem Rucksack durch die Stadt zu laufen.

Findet man überall in den Gassen
Auch nachts finden sich in Willemstad genügend Motive. Die tagsüber schon knallbunten Fassaden werden in diversen Farben angeleuchtet, was einige reizvolle Motive mit sich bringt. Man kann es nur nochmals betonen: knallbunt. Als Beispiel das Kaufhaus Penha in Willemstad Punda. Tagsüber ockerfarben und weiß, nachts…….

Das Penha ist tagsüber ockerfarben, nachts grüüüüüün
Dreht man sich um, scheift der Blick auf Otrabanda. Nicht ganz so knallbunt wie Punda aber immerhin. Es macht schlichtweg einen Höllenspaß, mit der Kamera durch die Stadt zu schlendern. Hübsche Motive gibt es satt. Kleiner Tipp, wenn auch etwas schaukelnd: Sobald sich die Wilhelmina-Brücke öffnet, einfach auf der Brücke bleiben und schon erreicht man sonst unzugängliche Perspektiven.

Von der Wilhelmina-Brücke aufgenommen
Selbst Details wirken noch interessant. Hier ein Giebel, dort ein Eingang, da ein gewönlicher Erker.

Erker in der Madurostraat
Curacao ist recht exotisch und verschiedenste Tiere sind unterwegs, die man in heimischen Gefilden höchstens aus dem Zoo kennt. Beispielsweise liegen am Weg nach St. Willibrordus direkt an der Straße einige Brackwasserseen. Dort finden sich zu allen Tagesszeiten Flamingos ein, welche das Wasser nach kleinen Krebsen durchsieben. Man kommt bis auf ca. 30m an die Tiere heran.

Direkt von der Straße aus zu beobachten.
In den meisten Hotels und bei Ferienhäusern gibt es gut gepflegte Gärten mit vielen Blüten. Überall schwirren dort winzig kleine Kolibris herum und bedienen sich am rechlich vorhandenen Nektar. Das Geräusch erinnert an eine Hummel; die Vögel sind gerade mal ein paar Zentimeter groß. Einige der Kolibris haben ein metallisch schimmerndes Gefieder, so dass man ab und zu einen schwirrenden, glänzenden, grünen Punkt im Gebüsch entdeckt, der dort munter sämtliche Blüten abfliegt.

Die Kolibris flattern wie Hummeln durch die Hotelanlagen
Diese Vögel sind absolute Fans von Zuckerwasser. Wer eine Untertasse mit feuchtem Zucker oder einer Zuckerlösung auf die Terasse stellt, bekommt bald Besuch. Auch der ein oder andere Kekskrümel sowie etwas Brot sind willkommen. Dabei lassen sie sich selten durch Menschen nachhaltig beeindrucken. Offenbar sind sie auf Curacao an Menschen derart gewöhnt, dass sie teilweise regelrecht um Futter betteln. Und auch der Zucker zum mittäglichen Kaffee ist nicht ganz sicher……..

Kleine Schleckermäulchen. Bedienen sich gerne auch am Würfelzucker.
Am Meer sowie den Salzwasser-Brackwasserseen finden sich Freunde eines gepflegten Fischgerichts ein. Weiße Reiher sind reichlich vorhanden, die sich neben Wasserlebewesen auch von größeren Insekten oder kleinen Echsen ernähren. Dieser Vogel hat ungefähr die Form eines Eisvogels, nur ist er deutlich größer und vertilgt gerne auch einmal größere Fische. Kann sein, dass es sich auch um eine Art Reiher handelt.

Am Abend wartet der Fan von Meeresfrüchten auf vorbeiziehende Fische.
Überall auf Curacao lebt eine Art Tauben, die im Vergleich zu europäischen Tauben eher klein geraten sind. Diese Vögel gehen laaaaangsaaaaaam sowie meistens im Trupp durch die Gärten der Hotels und Ferienhäuser. Ab und zu wird etwas herumgepickt, ab und zu etwas gefressen. Dann geht man laaaaaangsaaaaaam weiter. Bloß keinen Streß
.

Sehr klein und watschelt mehr als bedächtig....
Witzig am Strand ist, wenn der Sand plötzlich davonläuft. An fast allen Stränden finden sich Krabben, die Höhlen in den Sand gebuddelt haben und dort residieren. Dank ihrer guten Tarnung übersieht man sie sehr leicht. Bis man zu nahe kommt und die Tiere erstaunlich schnelle Sprints zur Flucht antreten. Ich habe versucht, eine Krabbe zwecks Foto einzufangen. Solange sie tags über auf Betriebstemperatur sind, schlagen sie wilde Haken und können mit ihren kurzen Beinen richtig schnell beschleunigen. Schwierig.

Passt farblich hervorragend zum Hintergrund, oder?
Seitlich sind die Krabben leichter zu entdecken. Vor allem, wenn sie an ihren Unterkünften basteln. Oft sieht man erst ein kleines Loch im Sand und erst dann direkt daneben den Eigentümer.

Krabbe beim Wohnungsputz
Auf Curacao liegen zwei Sehenswürdigkeiten direkt nebeneinander: Die Straußenfarm und die Aloe Vera Plantage. Man kann beides zusammen bequem an einem Nachmittag besuchen. Zunächst zur Straußenfarm. Hier tummeln sich rund 250 bis 300 Vögel in großen Freigehegen. Zu sehen sind verschiedenste Altersstadien von gerade geschlüpften Tieren, halbwüchsigen Straußen bis hin zu erwachsenen Vögeln. Während einer kurzen Tour mit einem zum offenen Bus umgebauten Unimog erhält man eine ganze Reihe an Infos zum Leben und zur Haltung der Strauße.

Man kommt sehr nah an die Strauße heran.......
Die hohe Sitzposition auf den Unimogs erlaubt eine Begegnung mit den doch ziemlich beeindruckenden Vögeln auf Augenhöhe. Streicheln ist bei den erwachsenen Tieren möglich aber nicht ratsam. Erstens schnappen sie neugierig nach allem wie Fingern oder Kameras, zweitens riechen Strauße nicht wirklich gut.

.....und kann eigenhändig die großen Vögel füttern.
Wer möchte, bekommt eine Plastikschüssel voll Futter und kann die halbwüchsigen Strauße füttern. Halbwüchsig heißt in diesem Fall mehr als mannshoch, sehr verfressen, ziemlich neugierig, schon richtig schwer und absolut keine Tischmanieren
. Wenn die wüssten, dass man im Restaurant auf der Farm auch Straußensteaks bekommt,……. In jedem Fall haben die Damen auf der Tour recht wenig Motivation gezeigt, sich an den Zaun zu stellen und auch nur in die Nähe der Strauße zu kommen
. Für die ganz sportlichen Besucher bietet die Farm selten nach vorherigem, schriftlichem Haftungsausschluss sowie unter garantiertem Gelächter der anderen Besucher auch ein Ritt auf einem nicht wirklich zahmen Strauß an, bei dem regelmäßig Touristen im hohen Bogen die Schwerkraft ausmessen. Mehr Infos, auch zu Öffnungszeiten, gibts hier: http://www.ostrichfarm.net/Eng/

Aus dem Schatten des Parpklatzes fotografiert: das Produktionsgebäude der Aloe Vera Plantage.
Direkt neben der Farm befindet sich eine Plantage. Dort werden Aloe Vera Pflanzen angebaut und gleichzeitig verschiedenste Produkte auf Aloe Vera Basis angeboten. Was man unbedingt einmal probieren sollte, ist ein Aloe Vera Drink. Ok, das viele Fruchtfleisch ist etwas gewöhnungsbedürftig aber es schmeckt sehr exotisch und passt hervorragend an einem heißen Tag – ähnlich wie eine Apfelschorle im Sommer. Dazu stellt die Firma noch verschiedene Kosmetika und Pflegeprodukte aus Aloe Vera her. Sehr schön wirken dabei die Pflegelotionen, wenn die Haut von der vielen Sonne etwas gereizt ist. Direkt auf der Plantage ist ein Werksverkauf. Auch in Willemstad ist das das gesamte Sortiment erhältlich. Wenns gerade passt, kann man sich den Produktionsprozess ansehen, etwa die Ernte und das Entsaften der Pflanzen.

Die Plantage erstreckt sich ziemlich weit.......
Die Anbaugebiete sind sehr weitläufig und ohne Schatten. Dabei wird teilweise auch in praller Sonne auf den Feldern gearbeitet. Die Ernte und Verarbeitung hingegen erfolgt nur morgens, wenn die Pflanzen voll im Saft stehen und man sie bei relativ angenehmen Arbeitsbedingungen einsammeln kann. Das ist immer noch hart genug.
Wenn es eins auf Curacao im Überfluss gibt, dann Strände. Die für meinen Geschmack besten liegen auf der Westseite und leicht nördlich vom Zentrum der Insel. Während in direkter Nähe von Willemstad zwar auch schöne Strände vorhanden sind, findet man die landschaftlich ansprechenderen doch eher etwas außerhalb.

Wie wärs denn mit sowas?
Ein großer Teil der Strände ist erschlossen und bietet Snacks, Sonnenschutz in Form der Palapas (das sind die Sonnenschirme mit Palmendächern). Bei einigen Stränden muss man eine geringe Gebühr entrichten und hat dafür dann auch sanitäre Anlagen sowie teilweise Rettungsschwimmer. Allerdings sind die selten länger als 16h, 17h oder 18h am Strand. Was wiederum wenig ausmacht, da die Sonneneinstrahlung doch recht heftig ist und man gar nicht allzu lange nur in der Sonne liegen möchte.

Oder ein wenig ruhiger gefällig?
Von vielen Stränden aus kann man einfach ohne irgendwelche Probleme schnorcheln. Taucherbrille auf, kurz noch die Strömung checken und los. Schon in geringer Entfernung zum Strand sieht man allerlei Meeresbewohner. Ich persönlich würde aber nur an den Stränden schnorcheln, welche durch eine Kette von Bojen geschützt sind und einen Rettungsschwimmer samt Boot stationiert haben. Wenn man einfach so aufs Geradewohl hinausschwimmt, braucht man ggf. reichlich Puste…….bis Venezuela.

So siehts an den meisten Stränden aus: Palapas gegen allzuviel Sonne
Generell noch ein Tipp zum Sonnenschutz. Die Insel liegt recht nahe am Äquator und die Sonne hat deutlich mehr Kraft als beispielsweise auf den Kanaren oder in Yucatan – geschweige denn auf Mallorca. Während eine frische Brise vom Meer für angenehmes Klima sorgt, glüht die Sonne stärker als man sie wahrnimmt. Ein gutes Sonnenschutzmittel ist absolut angebracht und hellhäutige Menschen können ruhig zu Lichtschutzfaktor 50 oder höher greifen. Selbst bei vorgebräunter Haut sollte man nie ohne vernünftige Sonnencreme, -milch, oder ein Spray ausgehen. Zusätzlich empfehlenswert ist zumindest eine Baseballkappe sowie eine Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz. Jedes Jahr erwischt es Urlauber aus aller Herren Länder mit richtig bösen Sonnenbränden. Das muss nicht sein.

Frischer gehts nicht. Kokosmilch de luxe.
Auch Richtung Abend lohnt ein Besuch am Strand. Das Farbenspiel ist einfach wunderschön. Wenn dazu noch am Horizont ein paar einzelne Wolken auftauchen, bricht sich das Licht ganz anders und viel intensiver als in heimischen Gefilden.

Füße hoch und einfach mal den Sonnenuntergang bestaunen. Cas Abao.
In der Nähe des Flughafens existiert ein Höhlensystem, das aus dem Fels ausgespült wurde. Heutzutage kann man die Grotten von Hato besichtigen und einige wunderschöne Eindrücke aufnehmen. Ein mollig warmer Parkplatz garantiert schon einmal für eine ausreichende Temperatur des Autos nach der Besichtigung
. Dann gehts durch ein Tor, wo man eigentlich Eintritt bezahlen möchte.

Eingang zum kleinen Park, in dem sich die Höhlen befinden.
In den meisten Fällen wird man direkt zum Restaurant durchgewunken, wo neben den Eintrittskarten auch gleich ein kaltes Getränk wartet. Dann gehts erst mal ein paar Stufen hoch und ab in die Höhle. Diese entstand, als sich der ehemalige Meeresboden im Zuge der Kontinentalverschiebung anhob – die Geburtsstunde von Curacao. Entsprechend besteht das gesamte Gestein aus ehemaligen Korallen, in die sich im Laufe der Zeit Wasser seinen Weg bahnte. Das Wasser gelangt auch heute noch durch Spalten und tropft von der Decke. Die gelösten Mineralien erzeugen ein Wachstum von Stalagtiten und Stalagmiten an Decke und Boden. Seeeeehr langsam. In jedem Fall beeindrucken die Formen.

Sieht fast aus wie eine Orgel, oder?
Es ist unglaublich heiß und schwül in den Grotten. Sofort bricht der Schweiß aus. In den Höhlen sind sogar ein paar Ventilatoren aufgestellt, damit etwas Luftzug für Abkühlung sorgt. Ich habe während der gesamten Führung fast immer vor irgendeinem Ventilator gestanden und war trotzdem klatschnass. Die kurze aber beeindruckende Führung beinhaltet einige gute Erklärungen zur Enstehung der Grotten und natürlich auch der späteren Geschichte.

Diese Felsformation in den Grotten erinnert an einen riesigen Pilz.
In der Kolonialzeit wurden auf Curacao Sklaven gehalten. Einige flohen und entdeckten auf der Suche nach einem Unterschlupf die Grotten. Allerdings bewohnten sie nur den vorderen Teil der Höhle, da die dunklen Gänge doch etwas unheimlich erschienen und auch die Luft nicht wirklich brauchbar war. Die damals üblichen Fackeln verbrauchten viel Sauerstoff und machten das Klima fast unerträglich. Von damals noch ist der vordere Teil der Höhle durch Ruß geschwärzt, während das Gestein im hinteren Teil viel heller ist.

Von der Seite aus sieht es fast wie der Kopf des verrückten Esels bei Shrek aus. Ruhig mal vergrößern.......
Heute gibt es andere Bewohner. Zunächst einmal siedeln in der Höhle Fledermäuse, welche sich in den dunklen Teilen an der Decke verstecken. Dazu kommen noch ein paar Kakerlaken, welche die Hinterlassenschaften der Fledermäuse beseitigen. Keine Angst, beide Spezies haben mehr als reichlich Angst vor Menschen und bleiben brav in Deckung. Nur sollte man nicht mit offenem Mund zur Decke staunen……….die Fledermäuse……… In der “Kammer der Phantasien” beeindrucken reichlich bizarre Formationen, welche Figuren und Landschaften darstellen könnten.
Leider ist das letzte Bild etwas unscharf, da ich die Kamera voll auf maximalen Telebereich gezogen und nur den kleinen Kamerablitz dabei hatte. Ich glaube, man erkennt trotzdem, was dieser Fels sein könnte.

Selbsterklärend........
An der Straße nach Westpunt liegt rechts zur Küste hin der Shete Boka Nationalpark. Ok, allzu groß ist er nicht, jedoch absolut besuchenswert. Von einem Parkplatz führt ein kurzer Fußweg direkt an die Küste mit ziemlich beeindruckenden Felsformationen. Zunächst geht es in eine immer breiter werdende Vertiefung. Es handelt sich um einen Graben, wie er überall auf Curacao an der Felsküste quer durchs Gestein läuft. Rechts und links lungern ein paar Echsen herum, die sich bei Annäherung fluchtartig die Wände hoch flüchten.

Durch diese hohle Gasse muss er kommen.........
Dann gehts ein paar Stufen hoch und der Besucher erreicht den Zugang zu einem durch Wasser freigeschlagenen Einschnitt in den Küstenfelsen. Von dort aus kann man von einer Aussichtsplattform auf terrassenartige Strukturen schauen, gegen die das Wasser andonnert.

Je nach Wellengang entsteht ein permanentes Donnergeräusch.
Direkt daneben ist ein Einstieg in eine Höhle. Man kann sich an einem kurzen Seil festhalten und betritt die Höhle mit Blick auf die hereintosende Brandung. Jedes Mal, wenn eine Welle eintrifft, erklingt ein dumpfes Grollen und Gischt wird wie durch einen Fön bis in den Höhlenzugang geblasen. Sieht sehr gut aus und fühlt sich auch beeindruckend an. Allerdings habe ich hier auf das Fotografieren verzichtet. Erstens ists dort aufgrund der Gischt immer etwas glitschig und zweitens reagiert eine Digitalkamera nicht sehr gut auf Salzwassernebel. Ergo blieb die Kamera draußen.

Eben noch Wasser und reichlich Grün, jetzt fast eine Mondlandschaft.
Von der Höhle aus gehts ein paar Stufen bergauf und schon sieht die ganze Landschaft komplett anders aus. Die in langer Zeit angehobene Küste ist jetzt fast eine Wüste aus ehemaligem Korallengestein. Es ist bei Sonnenschein dort knallig heiß und ich empfehle für den Besuch in Shete Boka ganz klar einen Tag mit ein wenig Bewölkung oder gleich früh morgens. Zwar gibt es nicht allzu lange Wege aber das Gestein heizt sich heftig auf, während gleichzeitig die Sonne von oben einstrahlt. Das ist definitiv waaaaaaarm.

So siehts vom Christoffel Park fotografiert aus. Mit 400mm Teleobjektiv herangeholt.
Dazu gibt es noch zwei weitere Sehenswürdigkeiten, die man in Shete Boka gesehen haben sollte. Zum einen existiert eine natürliche Brücke, welche das Wasser im Laufe der Zeit aus dem Stein ausgeschwemmt hat. Zum anderen ist “Het Pistool” beeindruckend. Hier rauscht und donnert das Wasser in die Felsen und wird nach oben umgelenkt. Resultat ist bei passender Dünung ein Wasserstrahl, der fast wie ein Geysir in die Höhe schießt. In beiden Fällen habe ich auf Fotos verzichtet, alldieweil es nicht bewölkt war, der Kamerarucksack einige Kilos wiegt und mir waaaaaaarm war.
Curacao hat den Flughafencode CUR, der Flughafen selbst heißt Curacao Hato. Es gibt regelmäßige Verbindungen von Europa, Nordamerika, dem südamerikanischen Festland sowie diversen Inseln in der Karibik. Von Deutschland aus bieten sich drei verschiedene Möglichkeiten für Linienflüge an. Ab Düsseldorf fliegt einmal wöchentlich AirBerlin nach Curacao. Die verwendete Maschine ist eine A 330 / 200, welche ohne Umstieg und Wartezeit rund 11 Stunden für den Hinflug und 10 Stunden für den Rückflug unterwegs ist. Die Differenz in der Flugzeit erklärt sich aus dem gewöhnlich herrschenden Gegenwind auf dem Hinflug und Rückenwind für die Strecke von Curacao zurück.

Nicht allzu groß aber quirlig und international gut angebunden: Hato
Ab Amsterdam bestehen häufige Verbindungen mit KLM (täglich, meist ein Jumbo) und ArkeFly. Vom Ruhrgebiet aus erreicht man mit dem Auto in ca. 3 Stunden in Amsterdam und kann recht günstig direkt unter den Messehallen der RAI parken (vorherige Reservierung nötig). Teilweise fliegen auch Maschinen ab Mailand, diese jedoch eher unregelmäßig und nur in der Hauptsaison. Dann gibts noch den ein oder anderen Charterflug von anderen Flughäfen, welcher aber nicht so gut planbar ist, wie beispielsweise die regelmäßigen Flüge von AirBerlin / Düsseldorf oder KLM sowie ArkeFly / Amsterdam.

Auch was Feines: Sonnenaufgang über dem Atlantik.
Alternativ geht es erst einmal in die USA. Mit einem Zwischenstopp in Miami ist man schon recht nah an Curacao und kann mit beispielsweise Insel Air oder American Airlines schnell hinüberhopsen. Je nach Saison gibt es noch Flüge über Newark oder Atlanta. Um es deutlich zu sagen: das wäre nichts für mich. Wenn man nicht sowieso in Miami etwas Urlaub machen möchte, halst man sich einfach nur überflüssigen Zeitverlust auf, hat Stress beim Umsteigen und muss sich auch noch bei der Homeland Security der USA anmelden. Ich würde viel lieber einen Direktflug wählen, der zwar länger dauert als die einzelne Teilstrecke aber in Summe einen gesparten Urlaubstag ergibt. Das gleiche Problem gibts im Prinzip bei der Anreise via Caracas, würde ich auch nicht machen. Dito ein Flug via St. Maarten / St. Martin, wo beispielsweise schöne Verbindungen von Paris oder Amsterdam bestehen, man aber auch wieder viel Zeit beim Umsteigen verliert. Regionale Flugesellschaften bieten aber insgesamt ein ziemliches dichtes Netz in der gesamten Region.
In Kürze:
Curacao Hato, Flughafencode CUR Flugverbindungen nach: Düsseldorf, Amsterdam, Miami, Newark, Toronto, Dominikanische Republik, Venezuela, Brasilien, diverse Inseln Fluggesellschaften, Auszug: AirBerlin, KLM, ArkeFly, American Airlines, Insel Air, Dutch Antilles Express, diverse Chartergesellschaften und in der Saison weitere Liniendienste
Währung auf Curacao und (zurzeit) noch den anderen Inseln der niederländischen Antillen ist der Antillen-Gulden NAF (Nederlandse Antillen Florijn). Er hat einen festen Umtauschkurs zum Dollar, wobei 1 USD = 1,78 NAF ist. Übrigens wird der Antillen Gulden bei Umrechnungen oft mit ANG abgekürzt, es ist aber die gleiche Währung. Allgemein ist das Preisniveau auf Curacao zurzeit etwas höher als in Deutschland, da bekanntlich der Euro gegenüber dem Dollar etwas schwächelt. Trotzdem gibt es genügend Möglichkeiten, sehr guten Urlaubswert für sein Geld zu bekommen. So ist beispielsweise der Preis für Benzin oder Diesel extrem niedrig, was die Buchung eines Mietwagens preiswert macht. Aktuell liegt man um einen Euro für einen Liter.
Es gibt mehr als ausreichende Geldautomaten auf der gesamten Insel. Einfach nach großen Schildern mit der Aufschrift ATM suchen und schon ist die Urlaubskasse wieder gefüllt. In allen größeren Siedungen sind die Automaten zu finden. Die allermeisten Geldautomaten akzeptieren neben den gängigen Kreditkarten wie Visa, Master, American Express oder Diners auch die hierzulande übliche Bankkarte mit dem Maestro-Logo. Sprich, man kann ganz normal vom Girokonto abheben. Gleiches gilt für sehr viele Geschäfte und Restaurants. Generell muss man bei Mietwagen eine Kaution hinterlegen, mit Belastung einer Kreditkarte. Selten geht auch eine Kaution in bar – ab 300 US-Dollar für Kleinwagen. Wenns keinen Schaden gibt, erhält man das Geld zurück. Tipp: Wer im Euro-Raum mit seiner Maestro-Karte bezahlt und nur für den Urlaub den Mietwagen benötigt, kann sich eine Kreditkarte ohne Grundgebühr besorgen.
Von einem Bar-Umtausch oder Reiseschecks würde ich persönlich Abstand nehmen, da man Geld zu recht niedrigen Gebühren und mit einem brauchbaren Wechselkurs einfacher abheben kann. Sehr oft wird auch eine Bezahlung in Dollar akzeptiert, teilweise sogar in Euro. Allerdings rechnen die Geschäfte dann teilweise satte Kursgewinne ein, was wiederum für die Kreditkarte spricht. Wichtig: am Flughafen Hato sind viele Dinge nur in Dollar erhältlich. Wenn man sich meinetwegen 20-30 Dollar als Bargeld mitnimmt, reichts in jedem Fall noch für einen Kaffee, ein paar Snacks oder Softdrinks.
Curacao liegt etwas unterhalb des Durchzugsgebiets für Hurrikans. Entsprechend ist die ideale Zeit für einen Urlaub nicht so kritisch wie im Rest der Karibik. In der Regel gibt es eine kurze Regenzeit ungefähr im Bereich von November und Dezember. Wobei Regenzeit eigentlich etwas übertrieben ist. Meist sind es einige knackige Schauer und das wars schon im Großen und Ganzen. Zugegeben, da kommt in kurzer Zeit richtig viel Wasser herunter aber die Regengüsse sind nicht vergleichbar mit monatelangen Regenzeiten in Dschungelgebieten. Die Temperatur beträgt im Jahresdurchschnitt ca. 28°C und wenn es einmal regnet, ist dieser nicht allzu kalt. Insgesamt herrscht ein semi-arides, also halbtrockenes Klima. Zeuge hierfür sind ausgedehnte Kakteenwälder etwa im Christoffel-Park. Hier wiederum ist die Regenzeit absolut faszinierend. Kaum ist der Guss unten, blüht es allenthalben in satten Grün und wunderschöner Blütenpracht. Über Weihnachten und zum Jahreswechsel ist das Wetter dann meist schon wieder stabil – also schön.

Sonnenuntergang nach einem kurzen Gewitter. In der Realität sind die Farben noch schöner.
Insgesamt erscheint mir die beste Reisezeit zwischen September und Oktober sowie wiederum Ende Dezember bis ca. Mai. Dann vermeidet man die knalligste Sonne und es ist trotzdem rundum angenehm. Wer tauchen möchte, hat eh keine Probleme. Das ist ganzjährig im sehr warmen Wasser möglich. Auch Golf und andere Freizeitaktivitäten sind durchs Wetter nur gering beeinflusst. Persönlich ists mir im Hochsommer etwas zu warm aber das ist Geschmackssache. Wer nur am Strand liegen möchte ohne über die halbe Insel zu fahren, dürfte sich auch gerne höheren Temperaturen aussetzen. Einen weiteren Vorteil hat der Urlaub etwas neben der Hauptsaison sowieso. Im Vergleich zu den doch etwas heftigen Preisen für einen Urlaub beispielsweise während der Schulferien, gibts immer wieder sehr attraktive Sonderangebote sowohl bei Pauschalreisen, wie auch den Flügen.
Etwas aufpassen muss man für einen günstigen Urlaub, wenn gerade in Holland Schulferien sind. Curacao ist ein sehr beliebtes Urlaubsgebiet bei den Nachbarn und entsprechend hoch sind dann die Flugkosten sowie Übernachtungspreise – auch von Deutschland aus. Wenn man sich eine Lücke zwischen den holländischen und deutschen Schulferien sucht, kann man kräftig sparen.